Liebe Freunde der Frankfurter Mundart!
Jeder Theatertod zeugt von Mangel an Fantasie und ist
demnach ein Armutszeugnis. Ob für die Stadt, in der das Theater gearbeitet hat,
ob für den (privaten) Träger des Theaters, ob für das Publikum, das herbeiströmt
oder nur herbeitröpfelt, darüber muß diskutiert werden.
Das angekündigte Ende des Frankfurter Volkstheaters Liesel
Christ im Großen Hirschgraben reißt in die "emotionale
Grundausstat-tung" (FAZ) dieser Stadt eine schon seit ettlichen Jahren
bestehende Lücke. Denn die Mundart-Theaterliteratur, die sich, vergleichbar nur
mit Wien und Berlin, seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Frankfurt entwickelt
hat, konnte man in den Spielplänen immer seltener wiederfinden.
Wir möchten das Publikum darauf hinweisen, daß wir (nach
unseren Programmen mit Texten von Maximilian Leopold Langenschwarz, Karl
Ettlinger, Friedrich Stoltze und Wolfgang Deichsel) für die kommenden Jahre
Komödien von Adolf Stoltze planen, immer natürlich von Deichsel, von Karl Malß (mit
dem alles begann) und von Ernst Elias Niebergall, dessen 200. Geburtstag 2015 gefeiert
wird. Nicht zu vergessen das Festival "Barock am Main. Der Hessische
Molière", mit dem allsommerlich aufs Schönste bewiesen wird: die Mundart
lebt!
Es grüßt Sie
Ihr Michael Quast