Cantate-Saal

Von Oktober 2013 bis Mai 2015 hatte die Fliegende Volksbühne eine feste Spielstätte: den Cantate-Saal direkt neben dem Goethehaus in der Frankfurter Innenstadt.

Der Ort hat Charme und Geschichte. In den Jahren 1953 – 57 entstand im Großen Hirschgraben 19-21, direkt neben dem Goethehaus, nach Plänen des Architekten Wilhelm Massing der Neubau des Sitzes des Börsenvereins des deutschen Buchhandels mit dem Cantate-Saal. Bei den Buchhändlern gab es den Brauch, alljährlich am Sonntag Cantate (dem 4. Sonntag nach Ostern, dem Singesonntag) zur Abrechnung zu gehen. In Erinnerung an diese Tradition wurde der Saal Cantate-Saal genannt. In den 50er und 60er Jahren fanden hier Veranstaltungen mit berühmten Autoren wie Paul Celan, Theodor W. Adorno oder Samuel Beckett statt.

Anfang der 1970er Jahre bezog das Programmkino „Lupe 2“ den Saal. 1975 wurde er Sitz des Frankfurter Volkstheaters, das Liesel Christ 1971 gegründet hatte. Im Mai 2013 stellte es seinen Betrieb ein.

Ab Herbst 2015 wird das Areal teils abgerissen und neu bebaut. Es entstehen das Deutsche Romantik-Museum und Wohnungen. Der Cantate-Saal wird renoviert und soll voraussichtlich ab 2018 der Fliegenden Volksbühne wieder als Spielstätte dienen.